Nationalstaat
Ein Staat, dessen Bewohner überwiegend einer gemeinsamen Nation angehören:
- Gemeinsame Sprache
- Gemeinsame Kultur und Geschichte
- Gemeinsames Territorium
- Gemeinsame politische Identität
Vom Zarenreich zur Sowjetunion
Ein Staat, dessen Bewohner überwiegend einer gemeinsamen Nation angehören:
Ein Großreich mit folgenden Merkmalen:
Das Zarenreich war ein Imperium, weil:
Beginn der russischen Staatlichkeit
Taufe des Großfürsten Wladimir I.
240 Jahre unter der Goldenen Horde
Iwan III. beendet das Tatarenjoch
Beginn der Zarenherrschaft
Michael Romanow wird Zar
Modernisierung und Westernisierung
Aufgeklärter Absolutismus und Expansion
Sieg über Napoleon
Erster revolutionärer Aufstand
Niederlage offenbart Rückständigkeit
Abschaffung der Leibeigenschaft
Terroranschlag durch Narodniki
Modernisierung von oben
Sozialdemokratische Arbeiterpartei Russlands
Demütigende Niederlage gegen Japan
"Die Revolution von 1905 war die Generalprobe für 1917."
— Lenin
Russland im Krieg
Der Russische Bürgerkrieg war weit mehr als ein Konflikt zwischen zwei Seiten — er war ein chaotischer, brutaler Krieg aller gegen alle. Die Roten (Bolschewiki) kämpften gegen die Weißen (Zaristen, Liberale, gemäßigte Sozialisten), aber auch gegen die Grünen (Bauernarmeen) und Anarchisten. Der Krieg wurde mit beispielloser Brutalität gegen die Zivilbevölkerung geführt.
Die Wirtschaftspolitik der Bolschewiki während des Bürgerkriegs:
Der Bürgerkrieg hinterließ ein verwüstetes Land: Die Industrieproduktion war auf 20% des Vorkriegsniveaus gesunken, Millionen waren verhungert oder geflohen.
Lenins taktischer Rückzug vom Sozialismus — "Ein Schritt zurück, um zwei Schritte vorwärts zu gehen"
Nach den verheerenden Auswirkungen des Bürgerkriegs und des Kriegskommunismus stand die Sowjetmacht vor dem Zusammenbruch. Hungersnöte, Bauernaufstände und der Kronstadt-Aufstand zwangen Lenin zu einem radikalen Kurswechsel: Die Wiedereinführung einer partiellen Marktwirtschaft.
Die Preise für Industriegüter stiegen schneller als für Agrarprodukte. Bauern konnten sich kaum Maschinen oder Konsumgüter leisten. Diese "Preisschere" wurde zum zentralen wirtschaftlichen Problem und einem Argument für Stalins spätere Zwangskollektivierung.
Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken — das größte Land der Erde
Wladimir Iljitsch Lenin starb am 21. Januar 1924 in Gorki bei Moskau. Sein Tod löste einen erbitterten Machtkampf aus, der bis 1929 andauerte. Die beiden Hauptkontrahenten waren Leo Trotzki — der brillante Redner, Organisator der Oktoberrevolution und Gründer der Roten Armee — und Josef Stalin — der graue, aber machtbewusste Generalsekretär der Partei.
"Stalin ist zu grob [...] Ich schlage den Genossen vor, sich zu überlegen, wie man Stalin von diesem Posten entfernen könnte."
— Lenin, Testament (1923)
Mit der Ausschaltung aller Rivalen begann 1928 die Alleinherrschaft Stalins. Er beendete die NEP und startete eine gewaltsame "Revolution von oben": Die forcierte Industrialisierung und Kollektivierung der Landwirtschaft sollten die Sowjetunion innerhalb weniger Jahre zur Weltmacht machen — koste es, was es wolle.
Der Erste Fünfjahresplan (rückwirkend auf Oktober 1928 datiert) war das Herzstück von Stalins "Revolution von oben". Die Planvorgaben waren absurd hoch — eine jährliche Steigerung der Industrieproduktion um 20%. Die Propaganda verkündete, der Plan sei in vier Jahren erfüllt worden. Die Realität war komplizierter: Enorme Erfolge bei der Schwerindustrie, aber um den Preis von Millionen Menschenleben.
Die Kollektivierung der Landwirtschaft war Stalins "Krieg gegen das Dorf". Zwischen Juli 1929 und Juli 1932 wurden fast 15 Millionen Bauernhöfe zwangsweise "kollektiviert" — mit Land, Vieh und Gerätschaften in Kolchosen (Kollektivwirtschaften) überführt. Die Bauern verstanden dies als Enteignung und Versklavung. Wer sich wehrte, wurde als "Kulak" deportiert oder ermordet.
Die Kollektivierung führte zum Zusammenbruch der Landwirtschaft. Trotzdem wurden die Getreideabgaben erhöht, um Devisen für die Industrialisierung zu gewinnen. Das Ergebnis war eine der schlimmsten Hungersnöte der Geschichte:
Die Jahre 1936-1938 waren der Höhepunkt des stalinistischen Terrors. In einer beispiellosen Säuberungswelle wurde die gesamte alte Garde der Bolschewiki vernichtet, die Armee enthauptet und Millionen unschuldiger Menschen in Gulags deportiert oder erschossen. Niemand war sicher — selbst treueste Stalinisten wurden als "Volksfeinde" verhaftet.
"Unter Stalin durchliefen schätzungsweise 18 Millionen Menschen das Gulag-System der Zwangsarbeitslager, und mehr als 6 Millionen Menschen wurden in entlegene Gebiete deportiert."
Lehre von Karl Marx und Friedrich Engels:
Lenins Weiterentwicklung des Marxismus:
Immer prüfen:
Bei Revolutionen immer:
Verwende diese Begriffe: